Univ.-Prof. Dr.phil. Theo Hug, Universität Innsbruck

Wo Technologiefeindlichkeit zum Habitus wird, werden „kritische Bildungsverständnisse“ nicht weniger fragwürdig wie IKT-Programme, in denen neue Software-Technologien als didaktische Innovationen oder Bildungsmaßnahmen verkauft werden. Wenn wir anfangen mediale Formen als medienkulturelle Ressourcen für Bildung aufzufassen und die Relation von Literalität, Numeralität, Oralität und Piktoralität neu zu denken, haben wir eine Chance zur Überwindung typographischer Blickbeschränkungen und zur Kultivierung „multimodaler Mündigkeit“ (M. Faßler). Medienbildung ernst zu nehmen heißt dabei nichts weniger als Bildungsverständnisse, –prozesse und –resultate als Momente der (Ko-)Evolution medialisierter Konstellationen zu verstehen.