Diskussionsbeitrag der Initiative Medienbildung JETZT zum Grünbuch „Digitaler Wandel und Politik“ des österreichischen Bundesrates

Medienbildung für alle!

Medienbildung fördert einen selbstbestimmten, eigenverantwortlichen, kritischen und kreativen Umgang mit Medien und Medieninhalten und stärkt damit die Fähigkeit, sich zu orientieren, zu reflektieren und sich eigener Rollen/Identitäten bewusst zu werden – und damit im Sinne von Bildung selbstbestimmt und selbsttätig zu leben und zu handeln.
Ein kompetenter Umgang mit Medien ist in einer modernen, mediatisierten Gesellschaft ein zentrales Bildungsziel und entsteht durch kontinuierliche, vielschichtige und vor allem aktive Auseinandersetzung mit Medien aller Art. Bildungseinrichtungen – von Kindergärten über Jugendzentren, Schulen und Universitäten bis hin zu Einrichtungen der Erwachsenenbildung – sind gefordert, Erfahrungs- und Reflexionsräume mit und über Medien zu schaffen.

Eine gleichberechtigte Teilhabe in einer durch Digitalisierung geprägten Gesellschaft ist eine essentielle Voraussetzung moderner Demokratien. Dafür braucht es eine medienpädagogische Grundversorgung, die allen Menschen zugutekommt: „Diskussionsbeitrag der Initiative Medienbildung JETZT zum Grünbuch „Digitaler Wandel und Politik“ des österreichischen Bundesrates“ weiterlesen

Statement der Initiative „Medienbildung JETZT!“ zum Thema „Gute Medien – Böse Medien“

In öffentlichen Diskussionen gibt es verbreitete Tendenzen, die Beschäftigung mit digitalen Medien wie Spielen und Social Media als Zeitverschwendung oder sogar als schädlich anzusehen. Diesen Medien wird das Lesen „guter Bücher“ gegenüber gestellt, das stets eine positive Wirkung entfalte. Der Text genießt auch im Unterricht den höchsten Stellenwert, Film und Ton werden gelegentlich, aktuelle digitale Medien nur selten eingesetzt.

Die Argumentationslinie folgt dabei dem historisch lang gepflegten Gegensatz zwischen ernster Kunst und leichter Unterhaltung und ist geprägt von einer kulturpessimistischen Skepsis bis Ablehnung neuer Technologien und Praktiken. Zumeist sind es gerade „neue“ Medien, Massenmedien und Jugendmedien, die verdächtig erscheinen. Kinder und Jugendliche gelten als besonders formbar, an ihnen sollen negative Medieneinflüsse ihre ganze Wirkung entfalten können. So galt im 18. bis hinein ins 19. Jahrhundert das Lesen von Romanen als schädlich, im 20. Jahrhundert waren es Comichefte, Film und Fernsehen, heute Computerspiele und soziale Online-Netzwerke. Die Positionen der „guten” wie „bösen” Medien haben historisch oft gewechselt: So waren etwa Romane im 19. Jahrhundert „böse” Medien und heute sind sie „gute” Medien. Konstant ist lediglich die Vorstellung, dass man Medien derart kategorisieren könne.

Werden „gute“ und „böse“ Medien gegenübergestellt, wird suggeriert, dass die Form – das Medium – Inhalt und Rezeption bestimmt, als sei etwa das Papier dem Bildschirm an sich qualitativ überlegen.

Wir lehnen derartige Wertzuweisungen ab und treten für einen offenen, vorurteilsfreien und differenzierten Blick auf alle Medien ein. Es gibt keine „bösen” und keine „guten” Medien. „Statement der Initiative „Medienbildung JETZT!“ zum Thema „Gute Medien – Böse Medien““ weiterlesen

Stellungnahme zum Konsultationsverfahren EU-Urheberrecht – Freie nichtkommerzielle Werksnutzung in Bildungskontexten

Die Initiative Medienbildung JETZT! hat bereits 2013 ein Positionspapier zum Thema Urheberrecht veröffentlicht. Eine zentrale Forderung ist die Schaffung sicherer Rahmenbedingungen für nichtkommerzielle Medienaktivitäten in allen pädagogischen Kontexten.

Die Initiative Medienbildung JETZT! hat bereits 2013 ein Positionspapier zum Thema Urheberrecht veröffentlicht. Eine zentrale Forderung ist die Schaffung sicherer Rahmenbedingungen für nichtkommerzielle Medienaktivitäten in allen pädagogischen Kontexten.

Ein kompetenter Umgang mit Medien in einer modernen mediatisierten Gesellschaft ist ein zentrales Bildungsziel und entsteht durch kontinuierliche, vielschichte und vor allem aktive Auseinandersetzung mit Medien aller Art. Bildungseinrichtungen – vom Kindergarten, über das Jugendzentrum bis hin zur Schule und Universität – sind gefordert, Lern- und Erfahrungsräume mit Medien zu schaffen. Besonders nichtkommerzielle Eigenproduktionen wie etwa der SchülerInnen-Weblog, das Kurzfilm-Projekt oder der VJ-Remix, etc. sind wichtiger Bestandteil moderner Lernerfahrungen.

Das aktuelle Urheberrecht macht die nichtkommerzielle Verwendung von nutzungsrechtlich geschützten Medienprodukten in Bildungskontexten nahe zu unmöglich. Die Initiative Medienbildung JETZT! begrüßt daher das Konsultationsverfahren der Europäischen Kommission und sieht es als Chance, die Rahmenbedingungen für nichtkommerzielle Medienbildungsarbeit zu verbessern.

Bis zum 5. März 2014 kann der Fragebogen „Public consultation on the review of the EU copyright rules“ von allen Interessierten ausgefüllt werden. „Stellungnahme zum Konsultationsverfahren EU-Urheberrecht – Freie nichtkommerzielle Werksnutzung in Bildungskontexten“ weiterlesen

Erklärung der Initiative Medienbildung JETZT! zur aktuell geplanten Urheberrechtsnovellierung

Die österreichische Initiative Medienbildung JETZT! bringt sich hiermit in die kritische öffentliche Diskussion über die geplanten Änderungen im Rahmen der Urheberrechtsnovelle 2013 ein und betont einen wichtigen Aspekt, der in der breiten Diskussion bislang nicht berücksichtigt wurde: Die schwierige bis hin zur unmöglichen Verwendung von nutzungsrechtlich geschützten Medienprodukten in Bildungskontexten. Der neue Gesetzesentwurf verschärft die schon bislang problematische Situation in Bildungseinrichtungen und erschwert ein modernes, selbstgesteuertes, aktives und gestaltendes Lernen mit Medien.
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Medienbildung setzt auf Empowerment anstelle wenig wirksamer Warnhinweise

Derzeit gibt es eine öffentliche Diskussion über den negativen Einfluss eines verzerrten Schönheitsideales auf das Körperbewusstsein Jugendlicher, das durch stark nachbearbeitete Werbebilder transportiert wird. Dazu hat Frauenministerin Heinisch-Hosek den Vorschlag einer Kennzeichnung bearbeiteter Bilder durch „Warnhinweise“ in Form farbiger Punkte eingebracht. Wir als VertreterInnen der Initiative „Medienbildung JETZT!“ halten das Thema für sehr relevant und aktuell, sehen aber eine Kennzeichnung nicht als geeignete Maßnahme an.
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Upgrading our Life – Statement zu „Cyborg-Bewusstsein“

Ein zentrales Thema der Science Fiction ist die Frage, wie technische Entwicklungen unsere Gesellschaft(en) prägen und verändern. Der Cyborg, eine Kunstfigur aus Mensch und Maschine, tritt in diesem Zusammenhang immer wieder auf. Der Begriff des Cyborg kann aber auch genutzt werden, um heute alltägliche Verbindungen aus Mensch und Maschine zu dekonstruieren und kritisch zu hinterfragen. Dabei beziehen wir uns auf eine erweiterte Cyborg-Definition, wonach auch eine Person, die in ständiger enger Verbindung zu technischen Geräten lebt, als Cyborg bezeichnet werden kann. „Upgrading our Life – Statement zu „Cyborg-Bewusstsein““ weiterlesen

Cyber- bzw. Online-Mobbing

Cyber- bzw. Online-Mobbing: Eine Person wird über einen längeren Zeitraum, beabsichtigt und systematisch, Mithilfe von Online-Medien, von einer oder mehreren Personen, erniedrigt und schlecht gemacht.

Oft wird nicht zwischen Mobbing und kleineren Konflikten unterschieden. Nicht jeder online oder offline ausgetragene Konflikt ist gleich Mobbing! Konflikte gehören zum menschlichen Zusammenleben dazu; die Wurzeln intensiver Online-Konflikte unter Jugendlichen liegen fast immer in den Offline-Welten. Was für die einen nur ein Spaß ist, kann andere zutiefst verletzen. Jugendliche finden oft eigene Wege, solche akuten Konflikte zu lösen. Erst, wenn die Konfliktsituation längere Zeit anhält, spricht man von Mobbing. Echte Fälle von Cyber-Mobbing sind für den einzelnen Betroffenen immer tragisch, aber zum Glück selten. „Cyber- bzw. Online-Mobbing“ weiterlesen