Prof. Christian Berger, MA – Institut für übergreifende Bildungsschwerpunkte (IBS), Zentrum für Lerntechnologie und Innovation (ZLI), Pädagogische Hochschule Wien

Bildung braucht Haltung. Medienpädagogik kann dazu beitragen, diese Haltungen durch analytisches und reflektives aber auch produktives Umgehen mit Medien zu entwickeln. Medienbildung beinhaltet auch den eigenen Medialen Habitus und der entscheidet mit, ob ein Mensch auch in der demokratischen Gesellschaft mitentscheidet. Ohne mediale Kommunikation gibt es heute keine politische Partizipation und keine Bildung. Medienbildung zu erlangen ist in der heutigen Mediengesellschaft unerlässlich.

Mario Friedwagner, Freies Radio Salzkammergut

Unser Medienbegriff hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Deswegen braucht es sowohl eine strukturelle Anpassung als auch eine inhaltliche Erweiterung im Bereich der Medienbildung. Medienbildung soll ein zentraler Bestandteil des allgemeinen Bildungssystems werden und nicht länger „Stiefkind“ bleiben. Die Freien Radios haben immer schon versucht möglichst viele, vor allem kleine Gruppen ohne politische Lobby, in die Produktion und Herausgabe von Informationen einzubinden. Daher unterstützt das Freie Radio Salzkammergut die Initiative nicht nur, wir freuen uns vielmehr über diesen Diskurs und verstehen ihn als Rückenwind für unsere Sache.

Sibylle Moser und Frank Hagen, ORANGE 94.0 – Das Freie Radio in Wien

Meinungsbildung und gesellschaftliche Teilhabe erfordern mehr denn je die Fähigkeit, aktiv an der Medienproduktion in ihrer Vielfalt teilzunehmen. Deshalb unterstütze ich die Initiative. Sibylle Moser, Geschäftsführerin ORANGE 94.0, Das Freie Radio in Wien

Medienbildung geschieht bei uns im Radio schon seit immer. Praktisch, Teilnehmer_innen orientiert, eingebunden in Kontext und Lebenswelt, mehrsprachig und interaktiv lernen wir selbst ständig in medienpädagogischer Praxis dazu. Das wünsche ich mir auch in der Schule für alle Beteiligten – auch deswegen unterstütze ich die Initiative. Frank Hagen, Ausbildung/training ORANGE 94.0, Das Freie Radio in Wien

Univ.-Prof. Dr.phil. Theo Hug, Universität Innsbruck

Wo Technologiefeindlichkeit zum Habitus wird, werden „kritische Bildungsverständnisse“ nicht weniger fragwürdig wie IKT-Programme, in denen neue Software-Technologien als didaktische Innovationen oder Bildungsmaßnahmen verkauft werden. Wenn wir anfangen mediale Formen als medienkulturelle Ressourcen für Bildung aufzufassen und die Relation von Literalität, Numeralität, Oralität und Piktoralität neu zu denken, haben wir eine Chance zur Überwindung typographischer Blickbeschränkungen und zur Kultivierung „multimodaler Mündigkeit“ (M. Faßler). Medienbildung ernst zu nehmen heißt dabei nichts weniger als Bildungsverständnisse, –prozesse und –resultate als Momente der (Ko-)Evolution medialisierter Konstellationen zu verstehen.

Andy Kaltenbrunner, internationaler Medienberater, Gesellschafter Medienhaus Wien

Medienbildung darf nicht Spiegelbild österreichischer Medien-Feudalpolitik sein: Embedded Medialiteracy verschafft bevorzugt jenen Medienverständnis und Gehör, die zu einem der kleinen Fürstenhöfe gehören und sonst nicht weiter stören. Medienbildung kann vielmehr Avantgarde und Ausdruck jener aufgeklärten Gesellschaft sein, die wir uns wünschen: mit gleichem Zugang zu Wissen für alle, vielfältig, diskursiv und spannend.

Univ. Prof. DDr. Matthias Karmasin, Alpen Adria Universität Klagenfurt/Wien/Graz

In der Medien- und Informationsgesellschaft ist Medienkompetenz nicht nur die Basis für die Bewältigung der Herausforderungen der Arbeits- und Lebenswelt und der Teilnahme an den Chancen der Netzwerkgesellschaft. Sie ist auch eine wesentliche Voraussetzung für politische Kompetenz in der Mediendemokratie und damit die Grundlage für die Zukunft der Zivilgesellschaft. Es ist hoch an der Zeit daß wir auch in Österreich erkennen, daß Bildung für die Zukunft an den Medien nicht vorbeikommt.

Dietmar Werluschnig, Pädagogische Hochschule Wien, SAI-Studios, www.saimusic.at

Die Weltwahrnehmung geschieht zunehmend über audiovisuelle Medien. Jüngere, (an Medien interessierte) Menschen haben den Umgang mit diesen schon „mit der Babymilch mitbekommen“, ältere Semester ringen täglich mit Hard- und Software. Massenmedien bringen viel in Bewegung, fördern vieles, bergen auch gewisse Gefahren in sich, haben auch Grenzen. Auf alle Fälle fordern sie Kompetenz in der Anwendung, und provozieren sinnvollen Einsatz. Bleiben wir in Kontakt mit der jüngeren Generation, bemühen wir uns, ihre multimediale Kommunikation zu verstehen – dazu brauchen wir zumindest eine medienpädagogische Basisqualifikation. Das ist meine Motivation, diese Initiative zu unterstützen.