Fragenkatalog zum Thema Medienbildung an die politischen Parteien

Die Initiative Medienbildung JETZT! hat im Jahr 2014 die politischen Parteien, die im Nationalrat vertreten sind, um Stellungnahmen zum Thema Medienbildung gebeten. Folgende Stellungnahmen haben wir erhalten:

Folgender Text und Fragenkatalog wurde den BildunsprecherInnen der jeweiligen Partei zugesandt.

Medienbildung ist ein elementarer Bestandteil eines neuen Verständnisses des Lernens von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Klassische Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben verändern sich und werden Teil einer neuen Lebenswelt, in der Kultur vor allem medial ausgetauscht und vermittelt wird. Medienbildung reflektiert die sich stets verändernden Medienwelten und verwendet einen ganzheitlichen Medienbegriff: von der direkten zwischenmenschlichen Kommunikation über die „klassischen“ Massenmedien bis hin zu jüngeren Kommunikationstechniken (Internet, Web 2.0, soziale Medien,…) Medienbildung erweitert das persönliche Repertoire, um Kultur mittels vielfältiger medialer Ausdrucksformen zu genießen, mit anderen zu teilen und den eigenen Bedürfnissen entsprechend zu erneuern. Bildung meint tätige Auseinandersetzung und Aneignung von “Welt”, diese Welt zeigt sich vielfach medial vermittelt. Medienbildung heißt: die Potentiale zur Aneignung von Welt mittels Medien zu fördern und zu reflektieren.

Medienkompetenz ist die Fähigkeit vielfältigste Medien zu nutzen, die verschiedenen Aspekte der Medien und Medieninhalte zu verstehen und kritisch zu bewerten sowie selbst in vielfältigen Kontexten konstruktiv und verantwortungsvoll zu kommunizieren. Dazu gehört auch die Fähigkeit, sämtliche Arten von Medienprodukten selbst zu erzeugen. Medienkompetenz ist eine Schlüsselkompetenz, die hilft bessere Entscheidungen zu treffen. Wir alle brauchen Medienkompetenz, um fundiert zwischen Medien wählen zu können, um Inhalte und Informationen kritisch bewerten zu können und in vielfältigen Medienkontexten kommunizieren zu können. Wir alle brauchen Medienkompetenz speziell jetzt, um in einer durch Medienkommunikation bestimmten Gesellschaft partizipativ und demokratisch mitentscheiden zu können.

Was bedeutet für Sie persönlich Medienkompetenz?

Welchen Stellenwert hat Medienbildung im Programm ihrer Partei?

Wieweit kann Medienkompetenz aus Ihrer Sicht zur gesellschaftliche und insb. politischen Teilhabe beitragen?

Was ist Ihrer Meinung nach notwendig, um wirklich Menschen die gleichen Chancen auf Zugang und Mitgestaltung in allen medial kommunizierten Gesellschaftsprozessen und demokratischen Diskursen zu ermöglichen?

Wo sehen Sie die zentralen Handlungsfelder für Medienpädagogik? Für welche dieser Handlungsfelder beurteilen Sie den Ist-Zustand der Medienkompetenzvermittlung als ausreichend?

Wo orten Sie den größten Entwicklungsbedarf, um „Medienbildung für alle“ sicher zu stellen?

In welchen schulischen und außerschulischen Strukturen kann aus Ihrer Sicht Medienkompetenz vermittelt werden? Können Sie dazu besonders gelungene Beispiele benennen?

Welche Maßnahmen in der Aus- und Weiterbildung der in den Bildungsinstitutionen arbeitenden Menschen könnten aus Ihrer Sicht die Vermittlung von Medienkompetenz verbessern und sicher stellen?

Wurde aus Ihrer Sicht „Medienpädagogik“ im Rahmen der „PädagogInnenbildung NEU“ ausreichend berücksichtigt?

Hat aus ihrer Sicht die Urheberrechtsnovellierung 2013 dazu beigetragen, dass nichtkommerzielle Medienproduktionen leichter und rechtssicherer veröffentlicht werden können?

Ist es für Sie denkbar, die freie Werknutzung auf den gesamten Bildungsbereich bzw. auf alle nichtkommerziellen Nutzungsbereiche auszudehnen?

Welche Möglichkeiten sehen Sie für eine mittel- und langfristig, nachhaltige finanzielle Sicherstellung von Bildungsangeboten zur Förderung von Medienkompetenz für alle Menschen?

Möchten Sie zum Thema „Medienbildung JETZT“ noch etwas ergänzen?

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