Stellungnahme von Mag. Elisabeth Grossmann, Bildungssprecherin der SPÖ

Was bedeutet für Sie persönlich Medienkompetenz?

MK bedeutet für mich der bewusste Umgang mit Medien, von Radio und Fernsehen bis Internet und soziale Medien. Sich seiner eigenen Verantwortung bewusst sein, welche Informationen an die Öffentlichkeit weiteregegeben werden und welche Konsequenzen für jeden einzelnen daraus entstehen können und entsprechend zu handeln.

Welchen Stellenwert hat Medienbildung im Programm ihrer Partei?

Medienbildung ist Teil der Allgemeinbildung und in den Lehrplan einzubinden. Medienbildung hat einen fixen Stellenwert, nicht nur hinsichtlich der Schullehrpläne sondern auch in z. B. in Jugendzentren, Kindergärten

Wieweit kann Medienkompetenz aus Ihrer Sicht zur gesellschaftlichen und insbes. Politischen Teilhabe beitragen?

Indem durch einen kompetenten Umgang das enorme Wissen, welches in kürzester Zeit recherchiert werden kann, kritisch hinterfragt, diskutiert und am Ende zu einer mündigen Meinung und Entscheidungsfähigkeit führt. Eine eigene Meinung ist Voraussetzung zur Diskussion. Durch die Breite des Spektrums an Erfahrungswerten und verschiedenen Blickwinkeln kann die Meinung aus dieser Vielfalt anstatt aus nur einer Zeitung oder einer Person gebildet werden. Über den Tellerrand zu schauen, ist Voraussetzung, um die notwendige Offenheit zu entwickeln, um die Gesellschaft menschlich und vor allem menschenwürdig mitzugestalten. Medienkompetenz sollte diesen Ansatz unterstützen.

Was ist Ihrer Meinung nach notwendig, um wirklich Menschen gleiche Chancen auf Zugang und Mitgestaltung in allen medial kommunizierten Gesellschafsprozessen und demokratischen Diskursen zu ermöglichen?

Bildung in jeder Hinsicht und die technische Voraussetzung – Breitbandausbau, leistbare Medien, Einkommen in einer Höhe, wo Menschen nicht nur überleben sondern tatsächlich leben und z. B. auch einen Internetzugang haben, um am gesellschaftlichen Prozess teilnehmen zu können

Wo sehen Sie die zentralen Handlungsfelder für Medienpädagogik?

Erziehung zu Hause, Kindergartenpädagogik, Schulbildung, Erwachsenenbildung

Für welche dieser Handlungsfelder beurteilen Sie den Ist-Zustand der MKVermittlung als ausreichend?

Es ist ein verhältnismäßig junges Feld, deshalb ist in allen Bereichen die Entwicklung zur MKVermittlung auszubauen, entsprechend dem rasanten Tempo der Entwicklung auf diesem Feld insgesamt

Wo orten Sie den größten Entwicklungsbedarf, um „Medienbildung für alle“ sicher zu stellen?

Im technischen und finanziellen Sektor

In welchen schulischen und außerschulischen Strukturen kann aus Ihrer Sicht Medienkompetenz vermittelt werden? Können Sie dazu besonders gelungene Beispiele benennen?

s. Pkt 5. Z. B. : Demokratiewerkstatt; z. B. Workshop-Angebot von Anbietern für SchülerInnen, von der Schule organisiert, Umgang mit Medien trainiert

Welche Maßnahmen in der Aus- und Weiterbildung der in den Bildungsinstitutionen arbeitenden Menschen könnten aus Ihrer Sicht die Vermittlung von Medienkompetenz verbessern und sicher stellen?

Stete Anpassung der Lehr- und Studienpläne, Zusatzkurse für AusbildnerInnen, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben

Wurde aus Ihrer Sicht „Medienpädagogik“ im Rahmen der „PädagogInnenbildung NEU“ ausreichend berücksichtigt?

Dem zu der Zeit der Erstellung aktuellen Stand entsprechend: ja

Hat aus ihrer Sicht die Urheberrechtsnovellierung 2013 dazu beigetragen, dass nichtkommerzielle Medienproduktionen leichter und rechtssicherer veröffentlicht werden können? Ist es für Sie denkbar, die freie Werknutzung auf den gesamten Bildungsbereich bzw. auf alle nichtkommerziellen Nutzungsbereiche auszudehnen?

Denkbar ist alles, es ist nur eine Frage der Umsetzbarkeit und das setzt eine längere Diskussion in diese Richtung voraus. Leider zum gegebenen Zeitpunkt deshalb keine Ja oder Nein-Antwort möglich.

Welche Möglichkeiten sehen Sie für eine mittel- und langfristig, nachhaltige finanzielle Sicherstellung von Bildungsangeboten zur Förderung von Medienkompetenz für alle Menschen?

Diese Frage fällt in den Kompetenzbereich des Finanzministers, der Mittel in seinem Ermessen und seiner Abwägung den Ministerien u. a. auch dem Bildungsministerium zur Verfügung stellt.

Möchten Sie zum Thema „Medienbildung JETZT“ noch etwas ergänzen?

Medienbildung ist ein sehr aktuelles Thema und ein Querschnittsthema, welches nicht nur die Schulbildung sondern auch oder vor allem den Alltag prägt. Das Vorleben eines verantwortungsvollen Umgangs kostet am wenigsten. Die Herausforderung liegt an und in der Gesellschaft im täglichen Umgang mit Zeit, Wissen, Wertschätzung und Technik. Institutionelle Medienbildung ist eine unverzichtbare Ergänzung, ein wesentlicher Schwerpunkt liegt aber meiner Ansicht nach im verantwortungsvollen Umgang im Alltag.

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