Stellungnahme von Dr. Peter Kaiser (SPÖ), Landeshauptmann von Kärnten

Was bedeutet für Sie persönlich Medienkompetenz?
In der Lage zu sein, zu wissen was bei politischer Tätigkeit wichtig ist und via Medien auszudrücken. Ganz nach dem Prinzip „KISS“ – keep it short and simple.

Welchen Stellenwert hat Medienbildung im Programm Ihrer Partei?

Einen großen Stellenwert. Wir haben über das Renner Institut (RI), die Nachwuchsakademie (NAK), eine politische Bildungsakademie für politisch Interessierte sowie die Kommunalpolitische Akademie (KOPAK) für angehende Gemeindemandatare implementiert. Im Rahmen dessen Lehrgängen finden ua. Diskussionen und Lehreinheiten mit aktiven Journalisten statt, um unsere Absolventinnen und Absolventen durch bestmögliche Medienbildung auf Ihre künftigen Aufgaben vorzubereiten.

Wieweit kann Medienkompetenz aus Ihrer Sicht zur gesellschaftliche und insb. Politischen Teilhabe beitragen?

Kommunikation ist Voraussetzung um präsent zu sein. Man muss den Bürgerinnen und Bürgern auf möglichst einfache aber aussagekräftiger Weise vermitteln können, worum man tagtäglich ringt.

Was ist Ihrer Meinung nach notwendig, um wirklich Menschen die gleichen Chancen auf Zugang und Mitgestaltung in allen medial kommunizierten Gesellschaftsprozessen und demokratischen Diskursen zu ermöglichen?

Notwendig dafür ist die Verfügbarkeit der Medien, im besten Fall durch kostenlosen Internetzugang.
In der heutigen mediengeprägten Welt, ist ein Internetzugang, als Menschenrechtsfragestellung zu diskutieren.

Wo sehen Sie die zentralen Handlungsfelder für Medienpädagogik?

1. Umgang mit Medien
2. Die Hinterfragung, Interessensabsichten der Medienbetreiber
3. Kritischer Umgang durch Nutzung von Medien
4. Instrumentalisierung von Medien um etwas zu erreichen

Für welche dieser Handlungsfelder beurteilen Sie den Ist-Zustand der Medienkompetenzvermittlung als ausreichend?

Eigentlich keine zu 100 %. Hier hat ein permanenter Prozess auf allen Ebenen stattzufinden.

Wo verorten Sie den größten Entwicklungsbedarf, um „Medienbildung für alle“ sicher zu stellen?

Allerortens, da Medienbildung nur ein Teil von Bildung ist und diese Vermittlung von sozialen, manuellen und emanzipativen Fähigkeiten abhängig ist.

In welchen schulischen und außerschulischen Strukturen kann aus Ihrer Sicht Medienkompetenz vermittelt werden? Können Sie dazu besonders gelungene Beispiele benennen?

Die Universität mit speziellen Fachrichtungen aber auch spezifische Kurse sowie politische Bildung im Allgemeinen.

Welche Maßnahmen in der Aus- und Weiterbildung der in den Bildungsinstitutionen arbeitenden Menschen könnten aus Ihrer Sicht die Vermittlung von Medienkompetenz verbessern und sicher stellen?

Alle Maßnahmen, die mit gesellschaftspolitischer Gestaltung zu tun hat.

Wurde aus Ihrer Sicht „Medienpädagogik“ im Rahmen der „PädagogInnenbildung NEU“ ausreichend berücksichtigt?

Ich bin in der Hoffnung, dass dies im Lehrplan entsprechend berücksichtigt wird.

Hat aus Ihrer Sicht die Urheberrechtsnovellierung 2013 dazu beigetragen, dass nichtkommerzielle Medienproduktionen leichter und rechtssicherer veröffentlicht werden können?

Ja

Ist es für Sie denkbar, die freie Werknutzung auf den gesamten Bildungsbereich bzw. auf alle nichtkommerziellen Nutzungsbereiche auszudehnen?

Diese müsste sich einer vielseitigen Prüfung unterziehen, da die Missbrauchsgefahr eine sehr große ist. Diese Frage kann also so nicht klar beantwortet werden.

Welche Möglichkeiten sehen Sie für eine mittel- und langfristig, nachhaltige finanzielle Sicherstellung von Bildungsangeboten zur Förderung von Medienkompetenz für alle Menschen?

Eine einzige – die Bedeutung von Medien in sämtlichen Bereichen zu akzeptieren und dadurch entsprechende Berücksichtigung zu erreichen.

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